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Juli - August 2019

Zwei neue Oberbürgermeister

In beiden Partnerstädten stellten sich im Juni jeweils zwei Kandidaten der Stich-wahl zum Oberbürgermei-ster. In Wiesbaden konnte sich am 16. Juni der 56-jährige Gert-Uwe Mende (SPD, Foto Mitte) mit 62 % der Stimmen gegen Eber-hard Seidensticker (CDU, 38 %) durchsetzen. Die Wahl-beteiligung lag aber nur bei 32 %.

In Bonn geboren hat Mende Politik und Volkswirtschaft studiert. Er war Pressespre-cher des Hessischen Innen-ministeriums und der SPD-Landtagsfraktion, deren Geschäftsführung er 2006 übernahm. Auch in andere Spitzenfunktionen berief die SPD Bekannte von uns: Dr. Patricia Eck (Foto links) übernahm den Parteivorsitz in Wiesbaden, Mitglied Dennis Volk-Borowski (Foto rechts) die Leitung des OB-Büros und Dr. Hendrik Schmehl den Vorsitz der Fraktion im Stadtparla-ment. Wir wünschen allen viel Erfolg.

 

Am 26.Juni „führten alle Straßen nach Istanbul“. Sogar aus dem Urlaub kamen viele Istan-buler zurück zur Stichwahl der beiden Kandidaten zum Oberbürgermeister von Istanbul. Sensationell gewann Ekrem Imamoglu (CHP, Foto rechts) mit 54 % gegen den ehemaligen Minister Binali Yildirim (AKP,45 %). Hier war nicht nur die Zahl der Wahlberechtigten mit

10,5 Millionen um Dimensionen größer als in Wiesbaden mit 210.000, es ging auch um viel mehr. Das drückte sich in einer sagen-haften Wahlbeteiligung von 84 % aus. „Das ist kein Sieg, sondern ein Neuanfang“ rief Ekrem Imamoglu seinen begeisterten An-hängern zu. Viele Jahre stellte die türkische Regierungspartei AKP den Oberbürgermei-ster von Istanbul, nun erinnert man sich an den Satz des Präsidenten „Wer Istanbul regiert, regiert die Türkei“. Übrigens hatte die CHP sogar im Stadtbezirk Fatih, der als Hochburg der AKP galt, bei diesem Duell die Nase vorn.

 

Hochsommerlicher Stammtisch

Der Stammtisch der Partnerschaft fand am 28. Juni bei hohen Tempera-turen einen schattigen Platz vor dem Restaurant Seytoune. Der Präsident begrüßte 13 Gäste, unter ihnen vie-leTeilnehmer der Reise nach Istanbul und Ankara im Oktober. Positiv über-raschte die Stärke der Reisegruppe mit 28 Personen. Man freute sich auch auf die Rolle Vereins am Wein-stand der Partnerstädte und die Ausstellung „Together“ von Nilhan Sesalan und ihrer Schwester. Für die Ausstellung werden noch Sponsoren gebraucht.

 

 

 

Kurz notiert in Wiesbaden

Kurz notiert in Istanbul

Literaturtipps

Beratung zu Extremismus

„Was tun, wenn eine Person Ansichten über seinen Glauben artikuliert, die fanatisch klin-gen?“ fragte die Frankfurter Allgemeine Woche 5/2019. Zu Fragen dieser Art hat die Türkische Gemeinde Deutschland Anfang des Jahres eine Online-Beratung aus der Taufe gehoben. Die Plattform heißt „Emel“ (Hoffnung) und soll als erstes Angebot dieser Art in Europa Kenntnisse vermitteln und Konflikte entschärfen. Die Adresse der Website ist www.emel-onlineberatung.org.

 

Politischer Pianist

Der bekannte türkische Pianist Fazil Say gab im Frühjahr eine klassisches Konzert in Ingel-heim bei Wiesbaden. Im Interview mit dem Wiesbadener Kurier erklärte Say, Klassik und Politik gehörten beide zum Leben. Wenn ein Bürgermeister plötzlich die Oper schließen möchte, dann werde die Kulturszene politisch und wehre sich. “In einem Künstler sollte Raum für beides sein und eine Brücke zwischen beidem existieren.“

 

Neuer Rasen

Am Platz der deutschen Einheit steht seit fünf Jahren die Skulptur „Alle Wasser der Welt vereinen sich“ von Nilhan Sesalan aus Fatih. „Die hohe Frequentierung des Platzes machte es notwendig, dort einen speziellen Rasen zu etablieren“ teilte das Grünflächenamt mit. Der neue Spezialrasen wurde mit einer Unterflurbewässerung verlegt.

 

Tulpenfestival

Die alljährlich neu gepflanzten Tulpen standen im Frühling wieder in voller Blüte. Auf der europäischen Seite sind vor allem die Parks Emirgang und Yildiz sehenswert, auf der asiatischen der Göztepe-Park. Übrigens haben die Niederlande auf Briefmarken zum 400-jährigen Bestehen ihrer diplomatischen Beziehungen mit der Türkei diese Blumen aus der Türkei abgebildet.

 

Atatürk Kulturzentrum

„Ist man drinnen, kann man den Taksim-Platz fühlen“ sagt Murat Tabanlioglu. Der Istanbuler Architekt baut das Atatürk Kültür Merkezi wieder auf, das sein Vater Hayati Tabanlioglu 1969 errichtet hatte. Vater Hayati war Absolvent der TU Hannover und ließ Bauhaus-Konzepte in den ersten großen modernistischen Bau der Türkei einfließen. Nach jahrelangem Streit erfolgt der Aufbau nun am selben Standort und mit unveränderter Fassade. In 20 Monaten soll der neue Opernhaus am Taksim-Platz eröffnet werden.

 

Bauhaus-Architektur

Aus Anlass des 100- jährigen Bauhaus-Jubiläums hat das Goethe-Institut Istanbul erfolgreich eine Fotoausstellung zur Bauhaus-Architektur präsentiert. Es zeigte Fotos von Hans Engels mit Texten von Axel Tilch. Die Ausstellung wurde im Archtekturhaus Mimarlar Odasi im Bezirk Beyoglu gezeigt.

 

Orhan Pamuk: Istanbul - Erinnerungen und Bilder aus einer Stadt

Der türkische Träger des Literaturnobelpreises Orhan Pamuk (66) setzt seiner Heimatstadt

ein besonderes Denkmal, das durch 230 visuelle Belege wirken soll. Er erklärt,warum

ihm die Stadtt die Welt bedeutet. Hanser-Verlag, München 2018

 

Orhan Pamuk: Diese Fremdheit in mir

Quasi in Fortsetzung des vorgenannten Buches erklärt Pamuk, warum Istanbul heute nicht  mehr die tolerante, multikulturelle Stadt ist, die sie einmal war. Am Leben eines Straßenverkäufers spiegelt er die Wandlung zur modernen Metropole. Hanser-Verlag, München 2019

 

Ahmet Ümit: Die Gärten von Istanbul

Noch mal Istanbul, aber ganz anders: Der atmosphärisch dichte Kriminalroman erzählt von einer Mordserie an sieben historischen Stätten. Scheinbar einzige Verbindung der Fälle: die jahrtausende alte Geschichte einer der faszinierendsten Städte der Welt. btb-Verlag, 2018

 

Feridun Zaimoglu: Die Geschichte der Frau

Der Autor schildert die Auflehnung von zehn Frauen vom Altertum bis zur Neuzeit. Viola

Bolduan vom Wiesbadener Kurier erkennt eine „Kampfansage“ mit wütendem Pathos an die

männergeprägte Tradition. Achtung! Zaimoglus Stil mit wildem Fabulierrausch sei stark gewöhnungsbedürftig. Verlag Kiepenheuer und Witsch 2018

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