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November-Dezember 2017

Wiesbaden bleibt Partnerstadt von Fatih

 

Zur Versammlung der Wiesbadener Stadtverordneten am 16.11. hat die AfD-Fraktion beantragt, „die Städte-partnerschaft mit Fatih schnellst-möglich zu beenden“. Unser Präsident nahm vor der Sitzung zu dem Antrag Stellung. Er teilte den Fraktionen und der Tagespresse mit: „Der Antrag geht in mehreren Punkten fehl und lässt wesentliche Aspekte außer Acht“. Der Kontakt dürfe gerade in schwierigen Zeiten nicht abreißen. Die nächtliche Debatte im Rathaus führte zu einer Ablehnung des AfD-Antrags durch alle anderen Fraktionen.

Die Debatte dauerte auch deshalb lange, weil die CDU-Fraktion einen alternativen Antrag zu Fatih einbrachte. Der Magistrat solle die Lage in Fatih und die städtepartnerschaftlichen Beziehungen analysieren. Hierzu seien entsprechende Informationen bei anderen Städten, dem Deutschen Städtetag und dem Auswärtigen Amt einzuholen. Unser Verein war doppelt überrascht. Einerseits gibt die Politik der türkischen Regierung schon seit Langem Anlass zu einer Prüfung und darauf scheint die CDU erst jetzt zu reagieren.

Andererseits erhebt der Verein seit über einem Jahr aus eigener Initiative alle im CDU-Antrag geforderten Informationen. Bei seinen Treffen mit Politikern in Fatih bittet er schon immer auch Oppositionelle dazu und fordert die Einhaltung von Menschenrechten, Demokratie und Rechtsstaat. Er hat sich über türkische Partnerschaften u. a. in Darmstadt, Idstein, Langen, Bingen, Köln und Berlin erkundigt und auch am 20.3. beim Treffen deutsch-türkischer Partnerstädte des Deutschen Städtetages. Seitens des Auswärtigen Amtes unterstützen der Generalkonsul in Istanbul und das Amt für Auslandsschulwesen unsere Arbeit nachdrücklich. Und zu den Fatih-Beziehungen liegen der Stadtverwaltung unsere detaillierten Jahresberichte vor. Der Verein ist bereit darüber zu berichten. Übrigens fand der CDU-Antrag auch keine Mehrheit im Rathaus. Der Verein dankt der Stadtverordneten-versammlung für die Bestätigung der Partnerschaft mit Fatih!

 

Nachlese zum Jubiläum am Bosporus

 

Zum 5-jährigen Bestehen der Partnerschaft waren die Gründer im September nach Fatih gereist. Aus ihrem Kreis wurde der Wunsch nach einem Nachtreffen geäußert. Im neuen türkischen Merhaba-Restaurant in der Taunusstraße trafen sich am 20.10. Istanbulfahrer und einige, die gerne dabei gewesen wären. Sie lobten, dass außer dem Treffen mit den Stadtpolitikern auch ein Wiedersehen mit Istanbuler Freunden im Programm stand.

Nach dem Probieren der Speisen und insbesondere der türkischen Weine des Merhaba Restaurants konnte man eine Foto-Dokumentation der Reise sehen. Das Lokal wird man wieder besuchen.

 

Fatih-Freunde im Merhaba Restaurant

94. Jahrestag der Republik Türkei

 

Am 29.10.1923 hatte Mustafa Kemal Pascha, genannt Atatürk, die Türkische Republik ausgerufen. Auch zum 94. Jahrestag der Gründung lud der türkische Generalkonsul in Frankfurt, Burak Kararti, zu einem Empfang. Im Zoopalais erschienen auch unser Ehrenmitglied Ex-OB Helmut Müller und unser Präsidium zum Jubiläum. Gegenüber dem Vorjahr nahm Atatürk sowohl in der verlesenen Rede des Staatspräsidenten wie auch der des Generalkonsuls wieder einen prominenten Platz ein. Kararti, der sich sehr für unsere Partnerschaft interessiert, warb auch für die deutsch-türkische Verständigung.

 

Fokus Türkei beim 30. exground Filmfest

 

Am 29.10.1923 hatte Mustafa Kemal Pascha, genannt Atatürk, die Türkische Republik ausgerufen. Auch zum 94. Jahrestag der Gründung lud der türkische Generalkonsul in Frankfurt, Burak Kararti, zu einem Empfang. Im Zoopalais erschienen auch unser Ehrenmitglied Ex-OB Helmut Müller und unser Präsidium zum Jubiläum. Gegenüber dem Vorjahr nahm Atatürk sowohl in der verlesenen Rede des Staatspräsidenten wie auch der des Generalkonsuls wieder einen prominenten Platz ein. Kararti, der sich sehr für unsere Partnerschaft interessiert, warb auch für die deutsch-türkische Verständigung.

Die Festivalleiterin Andrea Wink hatte unsere Partnerschaft nach eine Kooperation gefragt, da in diesem Jahr die Türkei als Länderschwerpunkt gewählt wurde. „Diese Wahl haben wir bereits vor der Zunahme der politischen Spannungen in der Türkei getroffen“ erklärte Wink bei der Eröffnung am 17.11. Von insgesamt gezeigten rund 200 Kurz- und Langfilmen aus 42 Ländern stammen 20 aus der Türkei. Unser Verein unterstützt das Festival mit einer Spende und mit Werbung. Unter den großen Sponsoren ist auch der Kulturfonds Rhein-Main.

Dessen Geschäftsführer Dr. Helmut Müller meinte mit Blick auf die Türkei, es sei richtig, sich „mit den Ländern fokussiert zu befassen, wo die Verhälnisse unruhig sind, wo man mehr ein Gefühl dafür braucht, was die Menschen im Lande beschäftigt“. Er sei überzeugt, dass man, „wenn die Verhältnisse zwischen zwei Ländern bizarr werden, eine zivilgesellschaftliche Ebene braucht, damit es in der verrückten Welt auch einen ganz normalen Austausch gibt“.

Das Festival wurde in der vollbe-setzten Caligari-Filmbühne mit dem Film „Der Golf“ von Emre Yeksan aus Istanbul eröffnet. Anschließend empfing OB Gerich die Eröffnungs-gäste im Festsal des Rathauses. Der OB begrüßte namentlich den Präsidenten und die Vizepräsidentin des Vereins, dankte für fünf Jahre Arbeit und freute sich über die Bestätigung der Partnerschaft durch die Stadtverordneten am Vorabend. Dann lud er zu einem türkischen Büffet. Meister der Zeremonie war unser Mitglied Fatih Ünal, der gleichzeitig Protokollmitarbeiter ist.

 

Nedret Altintop-Nelson, Frau Kararti, General-konsul Burak Kararti und Thilo Tilemann im Zoopalais

OB Gerich, Andrea Wink und unser Präsidium

Kurz notiert Wiesbaden

Wiesbaden-Fatih

in den Medien

 

Die Partnerschaft erhielt viele positive Meldungen. So interviewte unser Mitglied Jutta Szostak im Radio Rheinwelle am 23.10. Helmut Müller, Thilo Tilemann und Andrea Wink. Im sensor 11/17 erschienen Interviews mit der Partnerschaft und Wiesbadener Türken. Der Wiesbadener Kurier berichtete am 13.11. über unsere Kritik am AfD-Antrag und am 18.11. über unseren Erfolg im Stadtparlament. Schließlich stellte Diether von Goddenthow einen Bericht über die Eröffnung des Filmfestes ins Web.

 

 

Wiesbaden wartet weiter auf die Granatapfelblüte

 

Eine bei uns gestarteter Vortrag von Janet Yalaza wurde in Wiesbaden zum Schlager. Am 10.11. las sie in den Räumen des Westendvereins KUBIS wieder aus ihrem Roman „Warte, bis die Granatapfelbäume blühen“.

Islam

und Toleranz

 

Necla Kelek, streitbare Soziologin und Autorin mit türkischen Wurzeln, erklärte am 17.11. im Rathaus, dass islamische Migranten den Begriff Toleranz erst lernen müssen. Auf die Frage nach der Partnerschaft mit Fatih empfahl sie, die Bevölkerung nicht alleine zu lassen.

Kurz notiert in Istanbul

Türkisches Treffen in der Schweiz

Galatasaray spielt in Wiesbaden

Abriss des Atatürk-Kulturzentrums

Unser Mitglied Kaan Turgay und Ilhan Saygili sind gute Bekannte. Saygili nahm als türkischer Generalkonsul in Frankfurt bereits am 18.12.2012 an der Unterzeichnung unserer Partnerschaft teil. Nach seiner zweijährigen Station in Frankfurt ging er zunächst nach Ankara zurück und ist heute türkischer Botschafter in der Schweiz. Das Foto zeigt Turgay (li.) und Saygili in der Botschaft in Bern.

Der Fußballclub Galatasary Istanbul aus der ersten türkischen Liga hat weiter ein Problem: die frühzeitige Entdeckung junger Talente, die zu Sichtungen in die Türkei eingeladen werden können. Schon Anfang 2013 war der Präsident des Clubs in Wiesbaden auf der Suche. Nun ist es dem Türkischen SV Wiesbaden gelungen, ein gemeinsames Herbstcamp mit Teilnehmern von 5 bis 18 Jahren in Wiesbaden-Freudenberg auszurichten. Man lasse Politik und Religion außen vor, die Kinder machten sich eh darüber keine Gedanken, hieß es.

Das 1969 als „Istanbuler Kulturpalast“ eröffnete heutige Opernhaus am Taksimplatz steht seit Jahren leer. Es galt als eines der Symbole der Gezi-Proteste im Sommer 2013. Der schon lange umstrittene Abrissplan führte damals zu einer Besetzung. Nun hat Staats-präsident Erdogan den Abriss verkündet. Geplant sei ein Opernhaus von Weltklasse-Niveau.

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